Was ist Stress, und woher kommt er?

Was ist Stress, und woher kommt er?

streitStress – wie oft hören wir dieses Wort? Wie oft hören wir solche oder ähnliche Sätze?

Du siehst irgendwie gestresst aus

War das ein stressiger Tag heute

Ja, ich würde gern, geht aber nicht, bin im Stress

Ich habe gestern mit A. telefoniert, und er klang wieder furchtbar gestresst

Was ist eigentlich Stress?
Unter Stress verstehen wir den Zustand der Anspannung und Belastung des gesamten Organismus – also von Körper und Geist. Stress entsteht durch eine tatsächliche oder vielleicht auch nur angenommene Gefahr und bereitet Mensch und auch Tier auf „Kampf oder Flucht“ vor. Stressreaktionen sind wichtig und lebensnotwendig – ermöglichen sie uns doch, Gefahren rechtzeitig zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zu unserem Schutz zu ergreifen.

Stress kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden. Dazu gehören zu viel Belastung am Arbeitsplatz aber auch der drohende Verlust desselben. Auslöser für Stress kann eine Krankheit sein, der Verlust eines Angehörigen, Lärm, Schlafdefizit oder finanzielle Probleme. Aber auch eigentlich positive Dinge – wie Urlaub und Feiertage – stehen auf der Liste der Stressverursacher ganz weit oben. Der Urlaub muss perfekt werden, Weihnachten muss harmonisch und „besinnlich“ sein – durch viel zu hohe Erwartungen setzen wir uns immens unter Druck, und Stressreaktionen sind die logische Konsequenz.

Hier eine Auflistung der wichtigsten Stressauslöser:

• Probleme und Belastungen im Beruf
• Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes
• Existenzangst
• Schlafmangel
• Einsamkeit und Isolation
• Krankheit
• Tod eines Angehörigen
• Trennung vom Partner
• Lärm, Hektik
• Unzufriedenheit

Ab wann wird es gefährlich?

Jeder empfindet irgendwann einmal kurzzeitig Stress, das ist völlig normal, und – wie gesagt – sogar lebenswichtig. Gefährlich wird es jedoch, wenn Stress zum Dauerstress wird.

Wir unterscheiden zwischen akutem und chronischem Stress. Wie die Bezeichnungen bereits vermuten lassen, ist der akute Stress eine natürliche, vorübergehende Reaktion auf eine Gefahr. Sobald die Gefahr gebannt ist, klingt die Stressreaktion ab. Das ist für den Organismus normal und völlig ungefährlich.

Anders beim chronischen Stress – der entsteht, wenn sich akute Stresssituationen derart häufen, dass der Betroffene kaum oder gar nicht zur Ruhe und Entspannung zwischen den „Schüben“ kommt. Oder aber, wenn der Betroffene unter körperlicher und/oder seelischer Dauerbelastung steht. Chronischer Stress macht auf Dauer krank. Leider ist Dauerstress in unserem Land weit verbreitet. Über die Hälfte der Deutschen klagt einer Studie zufolge über regelmäßigen Stress. Tendenz steigend. Und das ist auch kein Wunder – leben wir doch in einer Gesellschaft, in der uns permanent Höchstleistungen abverlangt werden, sei es beruflich oder auch privat. Alles muss immer perfekt sein – der Job, der Partner, das Äußere, der Haushalt….die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Diesen Druck hält auf Dauer niemand aus. Höchste Zeit, umzudenken!

Was sind typische Anzeichen bzw. Symptome?

Manche Menschen nehmen die ständige Überforderung gar nicht wahr, oder sie interpretieren die Anzeichen von krankhaftem Dauerstress nicht richtig, indem sie beispielsweise Kopf- oder Bauchschmerzen auf rein körperliche Ursachen zurückführen.

Welche sind nun mögliche Symptome von Stress? Diese sind die wichtigsten:

• Nervosität
• Antriebslosigkeit
• Kopfschmerzen und Migräne
• Magen-Darm-Beschwerden
• Verspannungen, besonders im Nacken-Schulterbereich
• Konzentrationsstörungen
• Vergesslichkeit
• Gefühl von Hoffnungslosigkeit
• Herzbeschwerden
• Schlaflosigkeit
• Angstzustände
• Panikattacken
• Depressionen
• Erschöpfung bis hin zu Burnout

Viele Menschen kommen gar nicht mehr zur Ruhe, können sich auf Gespräche nicht mehr konzentrieren. Manche verlieren das Interesse an ihren familiären und freundschaftlichen Beziehungen. Sie ziehen sich immer mehr zurück und sind irgendwann völlig isoliert. Oder sie empfinden an nichts mehr Freude und sehen alles nur negativ. Ja, Stress kann zu einer handfesten Depression führen! Manche Betroffene hören auf zu essen, andere essen durch Stress viel zu viel. Auch eine Gefahr, die ersehnte Entspannung in Alkohol oder Medikamenten zu finden, ist deutlich erhöht.

Wie können Sie Stress entgegenwirken?

Wer unter Dauerstress leidet, muss sich aus der Überforderung befreien und sich vor noch mehr Energieverlust schützen. Vielen hilft, sich einen strukturierten Tagesplan zu erstellen und diesen auch konsequent einzuhalten.

Legen Sie jeden Abend genau fest, was Sie am nächsten Tag erledigen werden, und wie viel Zeit die jeweiligen Dinge in Anspruch nehmen. Ordnen Sie Ihre Ziele nach Priorität. Ganz wichtig: Planen Sie ausreichend Pausen ein! Nutzen Sie diese Pausen, um wirklich komplett abzuschalten. Machen Sie beispielsweise einen kurzen Spaziergang in einem Park unweit des Büros. Als sehr hilfreich in der Bewältigung von Stress haben sich auch Yoga und Meditation erwiesen. Es ist nicht schwer, sich z.B. einige einfache Meditationsübungen anzueignen. Diese können Sie fast in jeder Situation anwenden – also auch in kurzen Pausen im Büro.

Ein ganz wichtiger Punkt ist der Schlaf. Sorgen Sie für ausreichenden entspannenden Schlaf. Ja ich weiß, das ist leichter gesagt als getan – stehen doch Stress und Schlafmangel in direktem Zusammenhang. Schlafmangel kann Stress auslösen, und Stress wiederum kann Schlafmangel auslösen. Sorgen Sie für eine entspannte Atmosphäre, bevor Sie schlafen gehen. Machen Sie mindestens eine Stunde vor dem Zu-Bett-Gehen nichts Anstrengendes oder Aufregendes mehr. Gönnen Sie sich ein Entspannungsbad mit einem beruhigenden ätherischen Öl, z.B. Lavendelöl. Auch ein Säckchen mit getrocknetem Lavendel unter dem Kopfkissen hat sich schon oft als hilfreich erwiesen.

Ernähren Sie sich gesund! Es ist längst bekannt, dass Fast Food, verarbeitete Lebensmittel und vor allem zu viel Zucker sich nicht nur ungünstig auf die Kalorienbilanz auswirken, sondern auch in Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen wie Angststörungen und Depressionen – also möglichen Folgen von zu viel Stress – stehen. Viel Obst und Gemüse, leichte vollwertige Speisen sind dagegen Balsam für Körper und Seele.

Und – last but not least – sorgen Sie für Auszeiten. Nehmen Sie sich hin und wieder einen Tag frei und verbringen Sie diesen nicht mit Haushalt und Shopping, sondern in Ruhe bei einem Waldspaziergang oder in einem Park. Oder verbringen Sie den freien Tag in einer Wellness-Oase, lassen Sie sich verwöhnen! Gönnen Sie sich hin und wieder einen Kurzurlaub – ein Wochenende am Meer wirkt oft wahre Wunder.

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